27.12.2016

Bilyk: Fast perfekte Zwischenbilanz

Nikola Bilyk gehört mit dem THW Kiel zu den absoluten Top-Teams der deutschen Handball-Bundesliga. 16 von 18 Spielen konnten gewonnen werden. Als Zweiter liegt Kiel nur einen Zähler hinter Flensburg-Handewitt, konnte sich außerdem bereits für das Final Four des DHB-Pokals qualifizieren. In der Champions League sind die "Zebras" auf Achtelfinalkurs. Weihnachten verbrachte Bilyk noch in Kiel, im neuen Jahr geht es für den 20-Jährigen mit ÖHB-Testspielen weiter.

Nikola, wie enttäuscht seid ihr nach der gestrigen Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen? Die Zwischenbilanz fällt wohl trotzdem positiv aus.

Natürlich sind wir enttäuscht, aber Niederlagen gehören auch dazu und gegen die Löwen kann man schon mal verlieren. Insgesamt ist in der Meisterschaft alles in Ordnung, wird sind noch voll im Rennen, es ist noch nichts verloren. Die Zwischenbilanz fällt auf jeden Fall positiv aus, mit einem Sieg gegen die Löwen wäre sie perfekt gewesen. Am ehesten schmerzt noch immer die Niederlage gegen Wetzlar, ohne diese wäre die gegen die Löwen weniger ins Gewicht gefallen.

Ihr steht im Pokal-Final-Four, auch in der Champions League stimmt der Kurs.

Die Saison dauert noch lange und wir sind noch überall voll dabei. Der Einzug in das Pokal-Finalturnier war ein wichtiger Erfolg. In der Champions League haben wir gegen Wisla Punkte liegen gelassen, das war schon bitter, aber auch die Polen verfügen über eine Top-Mannschaft. Trotzdem richten wir den Blick nach vorne, wir haben noch drei Heimspiele vor uns. In den letzten fünf Gruppenspielen geht es um eine möglichst gute Ausgangsposition für das Achtelfinale.

Wie geht es dir persönlich, sind die Achillessehnenprobleme komplett überwunden?

Ja, ich habe keine Probleme mehr damit. Mir geht es sehr gut, auch wenn ich mich schon auf ein paar Tage Pause zum Jahresende freue. Der dichte Spielplan ist mental fordernd, das ist schon etwas härter als in Österreich.

Ihr habt am Stefanitag noch ein Heimspiel gegen den Bergischen HC. Weihnachten wirst du also in Kiel verbringen?

Ja, nach Hause zu reisen hätte sich nicht ausgezahlt. Meine Familie ist bei mir, das ist auch das schönste Weihnachtsgeschenk. Am 29. Dezember fliege ich nach Österreich, nach dem Jahreswechsel geht es mit dem Nationalteam weiter.

Die nächsten Quali-Spiele steigen erst im Mai, das Hauptaugenmerk liegt also in der Entwicklung des jungen Teams.

Wir wollen weiter gemeinsam wachsen und Spielsituationen ausprobieren. Es stehen Testspiele in Portugal und in Deutschland sowie ein Dreinationen-Turnier in der Südstadt auf dem Programm. Wir wollen natürlich immer gewinnen, im Vordergrund stehen aber diesmal nicht nur die Ergebnisse. Aus diesem Blickwinkel sehe ich auch das Spiel gegen Deutschland: Es ist zwar schön, sich gegen die bekannten Gesichter aus der Liga beweisen zu können, aber es geht hauptsächlich darum, dass wir inhaltlich einen Nutzen daraus ziehen und einen Schritt nach vorne machen.

Wurmt der Dämpfer in der EM-Qualifikation gegen Finnland immer noch?

Absolut, es kam unerwartet und es war ein richtig schlechtes Spiel von uns. Ich bin noch immer der Meinung, dass wir eine Klasse stärker als Finnland sind, das müssen wir im Rückspiel auch zeigen. Zum Glück konnten wir die Niederlage mit dem überragenden Sieg in Bosnien wiedergutmachen. Im Prinzip starten wir wieder bei null. Vielleicht können wir in den Spielen gegen Spanien eine Überraschung schaffen und ein, zwei Punkte mitnehmen. Gegen Finnland und Bosnien müssen wir dann einfach gewinnen. Wir werden auf jeden Fall alles reinhauen.

FOTO © ÖHB/Pucher