Die goldene 92er-Generation

WM Mannschaft 1992

Die letzte B-WM vom 9. bis 29. März in Österreich wurde für den ÖHB als Veranstalter und für die Nationalmannschaft ein großartiger Erfolg. Gespielt wurde in Linz, Salzburg, Lustenau, Stockerau, Innsbruck, Graz, Oberwart und Bad Vöslau. Teilnehmer waren Norwegen, Österreich, Island, Schweiz (Reihung um die Plätze 1 bis 4), Dänemark, Finnland, Israel, China, Holland, Bulgarien, Polen, Japan, Ägypten, USA, Belgien und Argentinien. Österreich spielte gegen Finnland 24:17, gegen die USA 28:15, gegen Japan 29:12, gegen Bulgarien 28:16, gegen China 29:27 und gegen die Schweiz 20:20.

Das Remis gegen die Schweiz in der ausverkauften Liebenauer Halle nahm einen dramatischen Verlauf. Es ging um die Finalteilnahme, die sich Österreich gegen Norwegen sicherte, die Schweiz und Island spielten den dritten Rang aus.
Das Finish gegen die Schweiz brachte folgende Spielstände: 18:18, 19:18, 19:19, 20:19, 20:20. Die Torschützen in dem Hexenkessel von Graz: Gangel 6, Dittert 6/4, Kaschütz 2, Stefan Higatzberger 2, Gawlik, Peissl, Mahne, Wolfgang Higatzberger je eines.

WM-Silber und 9000 Fans
9.000 Zuschauer erlebten in der Wiener Stadthalle trotz der Endspielniederlage gegen Norwegen mit 19:26 (10:14) Toren den größten Hallenerfolg des rotweißroten Teams. Als WM-Zweiter wurde die Teilnahme an der A-WM 1993 in Schweden erworben. Platz 3 ging nach dem 21:22 der Schweiz gegen Island an das Team aus dem Norden.  Bundeskanzler Franz Vranitzky, der als Aktiver im österreichischem Basketballteam spielte, war von dem Match fasziniert und zollte der österreichischen Mannschaft großes Lob. Im Finale warfen Dittert 9, Gangel, Peissl, Gawlik, Kaschütz je 2, Ascherbauer und Wolfgang Higatzberger je 1 Tor. „Vater“ des Triumphes war Bundestrainer Vinko Kandija, der auch mit viel Optimismus das Team zur A-WM führte, dort aber doch erkennen musste, dass zwischen A und B eine Lücke klaffte.

Es begann mit einem WM-Titel
Zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist ein Erfolg bei der XII. Studenten-Weltmeisterschaft im Dezember 1992. In Sankt Petersburg holten Österreichs Studenten den Titel. Das Team der Studiosus war bis auf Mahne identisch mit der Nationalmannschaft, war also eine ideale Vorbereitung auf die WM in Schweden. Die anderen Teilnehmer stellten ebenso ihre A-Teams als Studenten in den Bewerb. Österreich musste gegen Türkei, Japan und Rumänien spielen um den Einzug in die Kreuzspiele zu erlangen. Mit 25:23 gegen die Türkei, 36:15 gegen Japan und 27:14 gegen Rumänien war das erste Etappenziel erreicht. Gegen Ungarn wurden mit Blick nach Schweden alle Abwehrsysteme ausprobiert. Mit dem 23:134-Sieg war der Einzug ins Finale geschafft. Coach Kandija vertraute wieder seiner eingespielten Mannschaft und der 3:2:1-Deckung, die den Russen gar nicht behagte. Im Finish wurde es noch kritisch, die Russen stellten auf 13:14, Michael Gangel warf  zwei Supertore, fixierte den WM-Titel. Für die Chronik sei die Mannschaft festgehalten: Österreich- Russland 16:15 (9:7), Humenberger, Möstl; Stefan Higatzberger, Ascherbauer 1, Felsenstein, Dittert 5/1, Ripper, Kaschütz 2, Wolfgang Higatzberger 2, Caras 4, Wuchterl, Gangel 2.

Rang 14 bei der A-WM 1993
Zum ersten Mal spielte Österreich 1993 in der Hallen-WM bei den „Großen“ mit. Das Team war sich der Schwere der Aufgabe bewusst, wollte sich aber dennoch nicht als Punktelieferant abstempeln lassen. Gegen Spanien gab es die erwartete 15:22 (7:9)-Niederlage und auch gegen die Tschechoslowakei hingen mit 20:22 (8:12) die Punkte hoch. Das Schlüsselspiel bildete die Begegnung mit Ägypten. Der Sieg war ein Muss, von Bedeutung war die Höhe des Erfolges und diese Frage wurde zum Thema. Österreich siegte 26:23, doch ein einziges Minustor (Ägypten 58:68 gegenüber Österreich 61:67) verwehrte uns den Aufstieg in die Hauptrunde. Die Platzierungsrunde gegen USA 31:19, Südkorea-Österreich 29:32 und Österreich-Norwegen 23:23. Mit dem 14. Rang verabschiedeten wir uns aus Eskilstuna. Russland siegte im Finale gegen Frankreich 28:19, Schweden sicherte sich mit einem 26:19 gegen die Schweiz den dritten Platz.