Die Anfänge

Handball wird in Österreich seit 1921 gespielt. Der deutsche Leichtathletikprofessor Dr. Carl Schelenz fand bei den Sportlern des Wiener Sport-Clubs und den Schwimmerinnen und Leichtathletinnen des Wiener Damen Sportclubs „Danubia“ begeisterte Aufnahme. Der Sport  Clubplatz im 17. Wiener Bezirk wurde zur Wiege des Handballs. Den beiden Vereinen folgten bald weitere Gründungen aus Sektionen in Fußballklubs und Turnvereinen, sodass schon 1923 die ersten Meisterschaften ausgetragen werden konnten. Wie auch andere Ballspielarten fanden die Handballer im Leichtathletikverband die organisatorische Betreuung, die allerdings diesem Verband bald über den Kopf wuchs, sosehr verbreitete sich der Handballbetrieb. Der Leichtathletikverband riet der Handballkommission zur Trennung und Gründung eines eigenen Verbandes, der am 25. Jänner 1925 aus der Taufe gehoben wurde. Als erster Präsident des Österreichischen Handballverbandes fungierte Alfred Schindler. Der Handballverband residierte, wie so viele andere Sportarten in Extrazimmern von Kaffeehäusern. Alle Arbeiten, die dem Sekretariat erwuchsen, wurden von Amateurfunktionären ausgeführt.

Aus Gründen, die von der Chronik nicht überliefert wurden, änderte der Verband 1927 seinen Namen in Österreichischer Verband für Handballsport. Dieser Name wurde nur fünf Jahre beibehalten und 1932 in Österreichischer Handball Bund abgeändert. In einem Zwischenspiel kam es wegen den Faustballern zur Namensgebung Österreichischer Handball und Faustball Bund, der schließlich nach der Trennung wieder rückgängig gemacht wurde. Vorerst beschränkte sich der Spielbetrieb auf Wien, allerdings in ungeahnter Größe.

Die erste Meisterschaft wurde 1923 ausgetragen und von der Lehrer-Sportvereinigung und der „Danubia“ gewonnen. Bald darauf wurde schon in vier Gruppen gespielt. Der Handball profilierte sich, das sportliche Niveau entwickelte sich so gut, dass der junge Handballverband schon im September 1925 die internationale Bühne betrat. In Halle spielten die Herren gegen Deutschland und siegten in sensationeller Manier 6:3.  1926 kam es zur ersten politischen Spaltung. Die den Arbeitsportverbänden angehörigen Klubs verließen den ÖHB und spielten ihre eigenen Meisterschaften der Männer und Frauen. Die Arbeiter-Handballer waren überaus stark und gut organisiert. Auch die anderen Sparten wie Leichtathletik, Schwimmen, Kraftsport und Turnen ermöglichte ihnen eine Arbeiterolympiade. Die letzte fiel mit der Eröffnung des Wiener Stadions zusammen. Zum Handballfinale Österreich-Deutschland kamen 60.000 Zuschauer! Österreich gewann 10:9. Die befürchtete Schwächung trat nicht ein. Im Gegenteil:  In den Bundesländern organisierten sich die Landesverbände und trugen Landesmeisterschaften aus. In weitere Folge kam es zu Kräftemessen der Bundesländer gegeneinander und sogar zu Bundesländermeisterschaften.